Rheinische Post: Kommentar: Saudischer Freibrief
(ots) - Noch ist nicht klar, was genau im saudischen
Konsulat in Istanbul vorgefallen ist. Aber die Indizien, die darauf
hinweisen, dass Saudi-Arabien den Journalisten und Regime-Kritiker
Dschamal Chaschukdschi hat verschwinden lassen, scheinen erdrückend.
Und sollte es so gewesen sein, ist nur sehr schwer vorstellbar, dass
ein solcher Mord ohne Wissen des saudischen Kronprinzen Mohammed bin
Salman begangen werden konnte - egal, welche gesichtswahrenden
Formeln man nun finden mag, um diesen Zusammenhang zu kaschieren. Die
rückhaltlose Aufklärung des Falls, die auch von Deutschland gefordert
wird - es wird sie nicht geben. Und auch keine Konsequenzen für Riad.
Dort weiß man ganz genau, wie wichtig das Königreich für den Westen
als regionaler Verbündeter ist, als Ölproduzent und als eifriger
Käufer von europäischen und amerikanischen Waffen. Mohammed bin
Salman darf wohl auch diesmal auf den Opportunismus in Paris,
Washington und Berlin zählen. Man könnte dies kühl als Realpolitik
abhaken, wäre es nicht zugleich ein Freibrief für alle anderen
Autokraten dieser Welt.
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Datum: 16.10.2018 - 20:51 Uhr
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